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Bürgerspital

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1715-1719 ließen der Herrschaftsbesitzer Graf Johann Leopold Kueffstein und sine Gemahlin Maria Franziska, geborene Gräfin Kollonitz, ein Spital zur Versorgung ihrer alten Bedienten errichten. Dieses Spital wurde in der Form eines griechischen Kreuzes errichtet (Kreuzbau), wobei ein Flügel das Schiff der Spitalkirche einnahm, die übrigen drei Flügel aber die Wohn- und Aufenthaltsräume der "Spitaler" enthielten. Der quadratische Mittelturm des Kreuzbaues nahm den Altarraum auf, der bis zum Pyramidendach reicht. Die Spitalkirche wurde zu Ehren Aller Heiligen geweiht und hat einen schönen barocken Hochaltar.

In den untern Räumen wohnten die 6 Spitaler, 3 Männer und 3 Frauen. Diese bekamen von der Herrschaft verschiedene genau angeführten Sachen (z.B. Brennholz, Kraut, Rüben, Linsen, Weizen, Schmalz, Bier, Brot, "Almosen" etc.). Dafür hatten Sie auch Verpflichtungen. Sie mussten ein christliches, erbauliches und friedliches Leben führen. Alle Spitaler mussten beim sonntäglichen Kirchgang, bei Prozessionen und Begräbnissen ihre Tracht, nämlich ein blaues Gewand und einen weißen Mantel mit schwarzen Ärmeln, tragen. Beispielsweise mussten sie täglich Nachmittag um vier Uhr nach gegebenem Glockenzeichen in der Spitalkirche den Rosenkranz und die Litanei unser Lieben Frau für den Stifter beten.

In den Sälen im Obergeschoss wurden die übrigen alten und kranken Herrschaftsbediensteten, aber auch andere Kranke aufgenommen.

Unter Kaiser Josef II. (1780-90) wurde die Kirche entweiht und diente in der Folgezeit als Hühnerstall, Holzschuppen, Keller und Schweinestall.

1838 ließ der neue Herrschaftsbesitzer, der französische Herzog von Blacas d'Aulps, die Kirche wieder herrichten. Sie wurde nunmehr zu Ehren Maria Himmelfahrt geweiht. Das neue Altarbild stammt vom Maler August Bauer. Der Plan des Herzogs, an der Spitalkirche zwei Benefizen für Weltpriester zu errichten, wurde durch die Herzogin Maria Theresia von Angouleme, Tochter des französischen Königs Ludwig XXVI. und Maria Antoinettes, insoweit geändert, als es ein Redemptoristenkloster werden sollte. Von 1839 - 1948 war das ehemalige herrschaftliche Spital ein Kloster in dem 3 Redemptoristen lebten. Der Plan dieses zu erweitern wurde aber im Revolutionsjahr 1848 zunichte gemacht, da sie der Herrschaftsverwalter aus Kirchberg auswies und damit das Ende des Klosters gekommen war.

Eine Besonderheit des Baues ist eine spätgotische Zwillingswendeltrppe. Solche Treppen gibt es außerdem noch in der Grazer Burg und in der Stadtpfarrkirche Eferding. Sie ist älter als der Spitalbau und stand früher vermutlich in der Burg in Kirchberg.

Heute befindet sich das Spital in Privatbesitz.

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